Schwimmende Integration
Ab sofort ist islamische Badebekleidung, die den ganzen Körper außer Händen, Füßen und Gesicht bedeckt, in den Berliner Schwimmbädern offiziell erlaubt! Nachdem es immer wieder Diskussionen und Hindernisse gegeben hatte, wenn sich denn mal eine Mutige getraute, in voller Montur in den öffentlichen Bädern schwimmen zu wollen, gab der Berliner Innensenator Erhart Körting (SPD) jetzt grünes Licht für alle muslimisch gekleideten Wasserratten. Die entsprechenden Anzüge wurden allerdings auf ihre Badetauglichkeit geprüft und können nicht einfach durch beliebige Kleidung ersetzt werden. Wichtig ist, dass sich das Material nicht vollsaugt und die Ärmel und Beine nicht beim Schwimmen stören. Auch dürfen die Frauen aus hygienischen Gründen nichts unter den Anzügen tragen.
Die BILD-Zeitung zeigte sich auch gleich halb befremdet, halb amüsiert ob der Vorstellung schwimmender Frauen in sogenannten “Burkinis” in Berliner Bädern. Körting, der auch Bäder-Aufsichtsratschef ist, sieht in diesem Schritt eine Möglichkeit der besseren Integration muslimischer Frauen, äußerte aber wohl auch Bedenken, Frauen könnten von ihren Männern fortan zu dem Ganzkörper-Badeanzug gezwungen werden. Was die vorläufige Beschränkung der Erlaubnis auf Frauenbadezeiten daran ändern soll, ist noch fraglich, aber derartige pragmatische und unaufgeregte Lösungen, die eine praktische Teilhabe muslimischer Frauen an allen Bereichen des öffentlichen Lebens ermöglichen, lassen einen tatsächlichen politischen Willen zur Integration erkennen und könnten gut in andere gesellschaftliche Bereichen Schule machen.