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Studie zu muslimischen Frauen in London, Brüssel und Turin

Relativ unbemerkt ist im letzten Jahr eine Studie zu muslimischen Frauen in Europa erschienen. Durchgeführt wurde die qualitative Studie mit Teilnehmerinnen aus London, Brüssel und Turin. Geleitet wurde sie von Dr. Sara Silvestri ((London’s City University und Cambridge University, UK)) im Auftrag der König Baudouin Stiftung in Belgien.

Europe's Muslim women: potential, aspirations and challenges Qualitative study based on interviews with Muslim women in Brussels, London and Turin (2008).

Europe's Muslim women: potential, aspirations and challenges Qualitative study based on interviews with Muslim women in Brussels, London and Turin (2008).


Für die Untersuchung wurden insgesamt 49 Frauen interviewt. Die Studie sollte Erkenntnisse darüber liefern, inwieweit der Islam als Religion die Erfahrungen europäischer Musliminnen prägt. Die Studie hatte zum Ziel, die Stimme muslimischer Frauen, ihre Probleme und Sehnsüchte zu erforschen.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich laut Zusammenfassung der Autorin wie folgt formulieren:

  1. Es lässt sich keine strikte Gegenüberstellung der Einstellungen muslimischer Frauen in feministisch/modern und konservativ/zurückgeblieben vornehmen. Dies sei unzulässig, da die Befragten angaben, sich freiwillig und mit Zuneigung ihrer Religion zu widmen, gleichzeitig aber kulturalistische Interpretationen muslimischer Gemeinschaften und Führer ablehnten.
  2. Die meisten der Befragten waren europäische Bürgerinnen und fühlen sich Europa, seinen Werten, Gesetzen und politischen Strukturen zugehörig, zeigten sich aber deswegen umso mehr frustriert über Diskriminierungen und Fehlrepräsentationen als unterdrückte willenlose Wesen.
  3. Muslimische Frauen entwickeln laut der Studie vielfältige Potentiale, innerhalb ihrer eigenen religiösen Traditionen und Gemeinschaften Veränderungen anzustoßen.
  4. Die Befragten gaben an nicht unter einschränkenden Gesetzen leben zu wollen wie es derzeit etwas in Staaten wie Iran oder Saudiarabien herrscht. Sie fühlten sich privilegiert in Staaten zu leben, die ihre Recht auf Geschlechtergleichheit, Unterschiedlichkeit und Grundfreiheiten schütze. Sie gaben an, dies auch für ihre Kinder und zukünftige Generationen von Muslimen zu wünschen.
  5. Was die Wünsche muslimischer Europäerinnen für sich und zukünftige Generationen anging, so zeigten sich die Befragten hier als gänzlich normal. Zu ihren Träumen gehört: als Individuen respektiert zu werden, in Frieden zu leben, sich integriert zu fühlen, eine gute Ausbildung zu erhalten, einen angemessenen Job zu bekommen und eine glückliche Familie zu haben.

Die komplette Studie kann man hier kostenlos herunterladen.