01. October 2009 um 9:47 pm · Abgelegt unter Aktivitäten, In eigener Sache
Hier ein sehr schönes Angebot des Antidiskriminierungsnetzwerks Berlin für muslimische Frauen in Berlin. Der Anmeldeschluss ist schon am 09.10.2009.
Empowerment-Seminar für muslimische Frauen of Color: Stark und Selbstbewusst gegen Diskriminierung Rassismus und Islamophobie
Stark und Selbstbewusst gegen Diskriminierung, Rassismus und Islamophobie
Empowerment-Seminar für muslimische Frauen of Color und Musliminnen mit Migrationshintergrund
Rassismus und Diskriminierung sind alltägliche Bestandteile und „Normalität“ im Leben von Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen of Color in Deutschland. Unter dem Aspekt der Mehrfachdiskriminierung ergeben sich nicht selten verstärkende Ohnmachtserfahrungen, wenn z.B. Merkmale wie ethnische Herkunft, Geschlecht und Religion zusammenwirken.
Den unfassbaren Mord an Marwa El Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal hat das ADNB des TBB zum Anlass genommen, ein spezielles Empowerment-Seminar gegen Rassismus für muslimische Frauen of Color anzubieten. Der Mord hat vor allem Musliminnen in ihrem Selbstverständnis, ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft zu sein, tief getroffen und verunsichert. Mit diesem Training möchten wir den betroffenen bzw. potentiell betroffenen Frauen einen geschützten Raum anbieten, in dem es möglich ist, ohne Angst und Scham über eigene rassistische und diskriminierende Alltagserfahrungen als Musliminnen of Color zu sprechen und auszutauschen. In einem weiteren Schritt sollen gemeinsam Handlungsstrategien entwickelt werden.
Dieses Empowerment-Training richtet sich ausschließlich an Frauen mit Migrationshintergrund und Frauen of Color mit einer familienbiographischen muslimischen Identität, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache und/oder ihres Kopftuches mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert werden.
Empowerment bedeutet die Stärkung der eigenen Person. Ziel dieser Fortbildung ist es daher, in einem „geschützten“ Raum den erlebten und erfahrenen Rassismus, die verschiedenen Formen von Diskriminierung und den „verinnerlichten“ Rassismus zur Sprache zu bringen. Aber auch bereits vorhandene individuelle Strategien und Wissen gegen Rassismus und Diskriminierung werden im Gruppenprozess ausgetauscht, sich bewusst gemacht, reflektiert und erweitert.
Empowerment wird somit im Sinne von Selbstbestimmung und Selbstbemächtigung erfahrbar.
Die Fortbildung besteht aus 2 Modulen, die aufeinander aufbauen. Daher ist die Teilnahme an beiden Modulen verbindlich.
Das Seminar findet am 14. – 16.10.2009 (Modul 1) und 04. – 06.11.2009 (Modul 2) täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr statt.
Schriftliche Anmeldung bis zum 09.10.2009 erforderlich (siehe Anmeldebogen unten).
Das Seminar selbst ist kostenfrei, allerdings erheben wir für Snacks, Getränke und Kopien einen Selbstkostenbeitrag von 5 Euro pro Modul.
Trainerinnen:
- Nuran Yiğit (Diplom-Pädagogin; Projektleiterin ADNB des TBB; HAKRA-Empowerment-Trainerin)
- Yasmina Gandouz (angehende Diplom-Sozialarbeiterin, Mitarbeiterin im Mädchentreff Bielefeld e.V., Empowerment-Trainerin)
Veranstalter:
- Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des TBB,
- Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin
- HAKRA – Projektinitiative gegen Rassismus und Diskriminierung aus der People of Color Perspektive
Veranstaltungsort:
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin
An der Urania 4-10
1. Etage/ Seminarraum R120
10787 Berlin (Schöneberg)
Anmeldung:
Schriftlich per Post, Fax oder E-Mail:
Anmeldeschluss: 09.10.2009
Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin –ADNB des TBB
c/o Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg
Tempelhofer Ufer 21, 10963 Berlin
Tel.: 030/ 61 30 53 28
Fax: 030/ 61 30 43 10
E-Mail: adnb@tbb-berlin.de
Ansprechpartnerin: Nuran Yiğit
Schriftliche verbindliche Anmeldung für beide Module „Stark und Selbstbewusst gegen Diskriminierung, Rassismus und Islamophobie“ unter Angabe von:
Name:
Vorname:
Anschrift, Ort:
Telefon:
E-Mail:
Herkunft/ Migrationshintergrund:
Alter:
Beruf/Tätigkeit/Organisation:
25. September 2009 um 10:02 pm · Abgelegt unter Aktivitäten, In eigener Sache
Am Tag der Deutschen Einheit laden Muslime zum „Tag der offenen Moschee“. Anlass genug für die selbst ernannte „Bürgerbewegung Pax Europa“, zu einer Kundgebung gegen die angebliche „Islamisierung“ Europas auf dem Breitscheidplatz zu mobilisieren. Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Vereinen u. a. ruft zu einer Gegendemonstration gegen antimuslimischen Rassismus auf.
Nachdem Pax Europa von dem geplanten Gegenprotest erfahren hat, wurde der Aufruf auf ihren Internetseiten geändert. Pax Europa spricht nun nicht mehr von einer Kundgebung gegen die „schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft“ und gegen die „Okkupation des 3.10. als ‚Tag der offenen Moschee’“. Stattdessen wird zu einer Kundgebung „für Menschenrechte“ aufgerufen. Dieser Strategiewechsel ist nicht überraschend, denn Pax Europa versucht wie Pro Köln und ähnliche Gruppen ihr Image als Rechtspopulisten loszuwerden. Die taktisch eingesetzte Menschenrechts-Rhetorik kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Pax Europa gegen eine Minderheit in unserem Land hetzt und damit antidemokratische Propaganda betreibt (mehr Hintergrundinformationen zu Pax Europa).
Aufruf des Bündnisses:
FÜR EIN OFFENES EUROPA FÜR ALLE – GEGEN ANTIMUSLIMISCHEN RASSISMUS
Am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, laden Musliminnen und Muslime seit Jahren bundesweit zum „Tag der offenen Moschee“ ein. Dies ist der „Bürgerbewegung Pax Europa“ ein Dorn im Auge, die deshalb an diesem Tag zu einer antimuslimischen Kundgebung aufgerufen hat.
Wir wenden uns hiermit gegen den Versuch der „Bürgerbewegung Pax Europa“, Ängste zu schüren und Vorurteile zu verstärken. Ihre Anhängerinnen und Anhänger fantasieren den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei und stigmatisieren Musliminnen und Muslime rassistisch. Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit kulturrassistischen Argumenten darauf ab, Musliminnen und Muslime auszugrenzen und ein Feindbild Islam aufzubauen. Wir dagegen treten für ein offenes Europa und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen ein – unabhängig von Kultur, Religion oder Herkunft.
Rechtspopulistische Propaganda bildet einen geistigen Nährboden für rassistische Ausgrenzung bis hin zu gewalttätigen Übergriffen und Morden. Das aktuelle Beispiel des Mordes an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in Dresden verdeutlicht, wohin Hass gegen Musliminnen und Muslime letztendlich führen kann.
Die Stadt Köln hat sich erfolgreich gegen Veranstaltungen rassistischer Gruppierungen wie „Pro Köln“ mit einem breiten Bündnis aus Zivilgesellschaft und Politik zur Wehr gesetzt. Diesem Beispiel wollen auch wir in Berlin folgen und antimuslimisch-rassistische und damit demokratiefeindliche Agitation nicht zulassen.
Deswegen rufen wir alle Berlinerinnen und Berliner zu einer Gegendemonstration auf! Diese beginnt am 3. Oktober um 13 Uhr am Hardenbergplatz (Bahnhof Zoologischer Garten).
Ständige Aktualisierung: www.reachoutberlin.de
Um 12 Uhr findet in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ein Friedensgebet mit Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaften für ein offenes Europa ohne Diskriminierungen statt.
Es rufen auf:
Arbeiterwohlfahrt Friedrichshain-Kreuzberg e.V. | Superintendent Carsten Bolz (Evangelischer Kirchenkreis Charlottenburg) | Christine Buchholz (MdB, DIE LINKE) | Neco Çelik, Regisseur | Dachverband der arabischen Vereine in Deutschland e.V. | Samir Fetic (ver.di AK Migration, stellv. Sprecher AK Grüne Muslime NRW) | GEW Berlin | GEW-Bezirksleitung Neukölln | GLADT (Gays & Lesbians aus der Türkei e.V.) | Victor Grossman (Publizist) | Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft e.V. | Initiative “Wir sind Pankow – tolerant und weltoffen” | Interkultureller Rat | Internationale Liga für Menschenrechte | Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. (EJJP Deutschland) | Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Friedrichshain-Kreuzberg e.V. | Susanna Kahlefeld und Jochen Biedermann (SprecherInnen Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Neukölln) | Ska Keller (MdEP, Bündnis 90/Die Grünen) | Landesarbeitsgemeinschaft Migration und Flüchtlinge, Bündnis 90/Die Grünen Berlin | Aiman Mazyek (ZMD, Zentralrat der Muslime in Deutschland) | Migrationsrat in Berlin-Brandenburg | Dr. Andreas Nachama (Rabbiner) | Nahost Komitee in der Berliner Friko | Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Vielfalt (Moskito) | Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) | Reachout (Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) | Prof. Dr. Werner Ruf | Irene Runge für Jüdischer Kulturverein Berlin e.V. | Klaus Staeck (Berliner Ratschlag für Demokratie, Präsident der Akademie der Künste) | Hanns Thomä (Beauftragter für Migration und Integration der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) | ufuq.de – Jugendkultur, Medien und politische Bildung | Irmgard Wurdack und Ruben Lehnert (SprecherInnen DIE LINKE.Neukölln) | Zukunftswerkstatt Heinersdorf
Weitere Unterstützer:
ADNB (Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes)
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
AK Grüne MuslimInnen (Bündnis 90/Die Grünen)
Ali Bas und Hasret Karacuban (SprecherInnen des AK Grüne MuslimInnen, Bündnis 90/Die Grünen)
Marwa Al-Radwany (Initiative Grenzen-Los!)
Antifaschistisches / Soziales Forum
Arabischer Publizisten-Verein Deutschlands e.V (APVD)
AWO Bundesverband e.V.
Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Neukölln
Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Berlin
Fatih Cengiz / Hamburg
Muhammet Cengiz / Hamburg
Clear Blue Water e.V.
Ali Al Dailami (Mitglied des Bundesvorstandes der Partei Die Linke, Migrationspolitischer Sprecher der Partei Die Linke)
Elias Davidsson
DITIB Landesverband Berlin
Erzbistum Berlin (Katholische Kirche in Berlin, Brandenburg und Vorpommern)
Deutschsprachiger Muslimkreis Berlin (DMK)
DGB Bezirk Berlin-Brandenburg
DIE LINKE.Neukölln
Eckert, Albert (Erbenberater)
Eine Welt der Vielfalt Berlin e.V.
Fussballfans gegen Gewalt und Rassismus im Stadion
Gesicht Zeigen!
IGMG Landesverband Berlin
Initiative Berliner Muslime (IBMUS)
Inssan – für kulturelle Interaktion e.V.
Institut für Medienverantwortung
Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung e. V.
Islamische Föderation in Berlin
Ulla Jelpke (MdB, DIE LINKE)
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde
Dr. Wolfgang Lenk (Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender des Ausschusses für Integration/Migration der BVV in Friedrichshain/Kreuzberg
Arne List (Kiel)
Mennonitisches Friedenszentrum Berlin (MFB) – Martina Basso, Pastorin
Niema Movassat (MdB, Mitglied des Parteivorstandes DIE LINKE)
Muslimische Stimmen
MÜSIAD Berlin
Özcan Mutlu (MdA Berlin, Bündnis 90/Die Grünen)
Brigitte Ostmeyer, (Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE)
Cigir Özyur
Palästinensischer Studentenverein (Berlin)
Dr.med. Dagmar Schatz (Ärztin, Sonthofen)
S.K.E.T. (Schnelle Kulturelle Eingreiftruppe)
stattweb.de
Heike Steller-Gül (Pfarrerin, Islambeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Neukölln)
The incredible Herrengedeck
Türkisches Wissenschafts- und Technologiezentrum Berlin e.V (BTBTM e.V.)
Andreas Unger
Holger Werner (Kampagne Musik gegen Gewalt)
Zentrum für interreligiösen Dialog Berlin-Moabit (ZiD e.V.)
Zentrum für Politische Schönheit (Aktionskünstler)
Wenn Sie diesen Aufruf unterstützen wollen, senden Sie bitte eine Mail (mit Angabe von Organisation und Adresse) an: info@reachoutberlin.de.
(Hinweis: Die UnterstützerInnenliste wird nicht moderiert)
Programm:
3. Oktober 2009
12.00 Uhr:
Friedensgebet mit Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaften in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz
13.00 Uhr:
Auftaktkundgebung am Hardenbergplatz (Bahnhof Zoologischer Garten)
Es sprechen Barbara John (ehemalige Integrationsbeauftragte Berlin), Ralf Meister (Generalsuperintendent, Evangelische Kirche Berlin), Omid Nouripour (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime in Deutschland), Fatine Matarié (Dachverband der arabischen Vereine in Deutschland e.V.), Iris Hefets (Jüdische Stimme für gerechten Frieden), Christine Buchholz (MdB, Die Linke), Jürgen Schulte (GEW-Berlin), Ska Keller (MdE, Bündnis 90/Die Grünen), Tülin Duman (GLADT)
Vielfältiges Kulturprogramm mit Musik und Theater!
(mit Sister Fa, Daad, Clear Blue Water, Trommlertrio Alpha Oularé, The Incredible Herrengedeck, Cigir Özyur, Die Sufitaverne, u.a.)
Der Aufruf kann hier als pdf abgerufen werden.
23. November 2008 um 12:54 pm · Abgelegt unter In eigener Sache
An dieser Stelle sammeln wir Links und Hinweise auf Studien (auch Teilbereiche) zum Thema Kopftuch, Motivationen und Weltanschauungen der Trägerin, Lebenswelten und Diskrimierungserfahrungen Muslimischer Frauen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig erneuert:
- Das Kopftuch – die Entschleierung eines Symbols
von Frank Jessen und Dr. Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff (2006) für die Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt, Befragung von 315 muslimische Frauen mit Kopftuch.
- Harald Klier, Antidiskriminierungsstelle im Büro des Ausländerbeauftragten des Landes Brandenburg (2002): Diskriminierung von muslimischen Frauen, Ergebnisse einer Befragung in Brandenburg, Potsdam.
- Canan Korucu (2004): Selbst- und Leibilder junger Kopftuch tragender Musliminnen türkischer Herkunft in Berlin – Eine qualitative Studie anhand von Leitfadeninterviews, Magisterarbeit Berlin.
- Dr. Schirin Amir-Moazami (2004): Politisierte Religion – Der Kopftuchstreit in Deutschland und Frankreich, Bielefeld transcript.
- Yasemin Karakasoglu-Aydin (2000): Muslimische Religiosität und Erziehungsvorstellungen, Iko-Verlag für Interkulturelle Kommunikation.
- Muslime in Deutschland“, Bundesinnenministerium (Dezember 2007).
- Katherine Bullock (2002): Rethinking Muslim Women and the Veil: Challenging Historical and Modern Stereotypes, International Institute of Islamic Thought.
21. November 2008 um 2:29 pm · Abgelegt unter In eigener Sache
Es ist nicht immer ganz einfach für Frauen, in einer Moschee zu beten. Sie suchen sich den ihnen zugestandenen Platz in getrennten Räumen, hinter Wänden oder auf Emporen – und manchmal kommen sie gar nicht rein.
Über Erfahrungen muslimischer Frauen mit der Moschee, Ansichten zur Geschlechtertrennung und der daraus resultierenden Absonderung oder gar Ausschließung von Frauen aus dem Gemeindeleben schreibt Kathrin Klausing:
Gegen die Wand
19. November 2008 um 2:36 pm · Abgelegt unter In eigener Sache
Das preisgekrönte Buch von Christina von Braun und Bettina Mathes gibt es jetzt bei der Bundeszentrale für Politische Bildung zum vergünstigten Preis von 4 Euro. Aus dem Inhalt:
Mit Beispielen aus Kultur, Geschichte und Literatur beleuchten die Autorinnen die Beziehung der Frau zum Islam aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie gehen der Geschichte des Schleiers und anderer religiöser Sinnbilder in Judentum, Christentum und Islam nach, untersuchen die Geschlechterordnungen und verweisen auf aktuelle Tendenzen des Fundamentalismus in allen Glaubensrichtungen. Die Autorinnen konstatieren, dass sich in der Sichtweise auf die “andere” Welt vor allem das Selbstverständnis des Westens offenbart und plädieren für eine differenziertere Wahrnehmung der Rolle der Frau im Islam.
18. November 2008 um 1:10 pm · Abgelegt unter In eigener Sache
Unterschriftensammlung!
Violence against women and girls continues unabated in every continent, country and culture. It takes a devastating toll on women’s lives, on their families, and on society as a whole. Most societies prohibit such violence — yet the reality is that too often, it is covered up or tacitly condoned.
UN Secretary-General Ban Ki-Moon, 8 March 2007
“Gewalt gegen Frauen und Mädchen besteht unvermindert auf jedem Kontinent, in jedem Land und jeder Kultur. Sie fordert einen verheerenden Tribut vom Leben der Frauen, ihren Familien und von der Gesellschaft als Ganzem. Die meisten Gesellschaften verbieten solche Gewalt – in der Realität jedoch wird sie zu oft verdeckt oder stillschweigend geduldet.”
So äußerte sich der UN Generalsekretär Ban Ki-Moon am 8. März 2007 und startete am 25. Februar 2008 während der Sitzung der VN-Frauenrechtskommission in New York, eine mehrjährige Kampagne, um die Bemühungen gegen Gewalt an Frauen weltweit zu intensivieren.
Zum 25. November diesen Jahres soll Ban Ki-Moon eine Liste mit 1 Million Unterschriften gegen Gewalt an Frauen und Mädchen überreicht werden. Bis zum 24. November kann die Kampagne daher noch mit einer Online-Unterschrift bei www.saynotoviolence.org unterstützt werden.
Die Kampagne von Unifem richtet sich nicht nur gegen Gewalt an Frauen in nicht-europäischen Ländern und Traditionen, wie etwa gegen Genitalverstümmelung, Ehren- oder Mitgiftmord, sondern stellt fest, dass weltweit fast jede dritte Frau Opfer von Gewalt wurde und dass laut einer Studie Gewalt für Frauen zwischen 15 und 44 Jahren eine der Hauptursachen von Tod und Invalidität ist. Der UN Trust Fund zur Unterstützung von Aktionen zur Eliminierung von Gewalt gegen Frauen hat sich die Bewusstmachung und Bekämpfung aller Formen und Ursachen von Gewalt gegen Frauen zum Ziel gemacht, darunter auch illegaler Frauen- und Mädchenhandel, Gewalt gegen Frauen in Kriegszeiten und als Kriegsmittel und häusliche Gewalt, welche in allen untersuchten Ländern ein verheerendes Ausmaß hatte. So war Japan laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO das einzige Land, in welchem weniger als 20% der befragten Frauen von häuslicher Gewalt berichteten. Die Spitze bildete das ländliche Äthiopien mit 71%.
Auch wenn die momentanen Debatten über Zwangsehen und Ehrenmorde ihre unbedingte Berechtigung haben und adäquates politisches Handeln dagegen sowie Unterstützung der Betroffenen dringend benötigt werden, dürfen sie nicht den Blick auf die Tatsache verstellen, dass auch in unserer Gesellschaft jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch einen Lebenspartner erlebt. Eine vergleichende Studie von Monika Schröttle und Stéphanie Condon zu Gewalterfahrungen von Frauen in Deutschland und Frankreich, fand 2006 heraus, dass zwar der Prozentsatz an Frauen mit Gewalterfahrungen in Paarbeziehungen bei den Befragten mit Migrationshintergrund vergleichsweise höher war als bei den Frauen der Mehrheitsbevölkerung, aber auch bei letzteren immer noch 29% betrug im Vergleich zu 9% in Frankreich. Die Autorinnen der Studie warnen daher vor einer pauschalisierenden innerdeutschen Debatte,
die hier künstliche Polarisierungen zwischen Frauen deutscher und türkischer Herkunft herstellt (und) diese Probleme der Mehrheitsbevölkerung (zu)deckt und () Gleichstellungsdefizite und innerfamiliäre Gewaltprobleme in unzulässiger Weise (kulturalisiert). ((Monika Schröttle: Zwangsverheiratung, Gewalt und Paarbeziehungen von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland – Differenzierung statt Polarisierung; in: Zwangsverheiratung in Deutschland; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend))
Stattdessen ist es wichtig, die Kräfte und Erfahrungen im Kampf gegen Gewalt an Frauen zu bündeln und die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure so gut wie möglich miteinander zu vernetzen. Ein gutes Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist das Projekt Hand in Hand gegen Zwangsheirat, bei dem die Stadt Rotterdam gemeinsam mit der muslimischen Dachorganisation Spior diese gesellschaftliche Problematik angeht ((Das Projekt wurde 2008 auch in Berlin und anderen europäischen Städten gestartet)).
12. November 2008 um 7:58 pm · Abgelegt unter In eigener Sache
Nach einigen Auf- und Umbauarbeiten sind wir nun endlich online.
Wir – das sind Kathrin Klausing, Silvia Horsch und Nina Mühe – haben uns entschlossen, einige Anliegen der “AG Muslimische Frau in der Gesellschaft” weiter zu verfolgen, die seinerzeit die Seite Muslimat-Berlin betrieben hat. Uns war immer besonders wichtig einen Beitrag in der noch immer anhaltenden Diskussion um muslimische Frauen in der (deutschen) Gesellschaft zu leiten – einen Beitrag von muslimischen Frauen selbst. Dies wollen wir nun mit einer neuen Seite angehen. Auf www.nafisa.de wollen wir über unsere Arbeit, Ansichten und Ergebnisse informieren. Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Erstens möchten wir uns am gesellschaftlichen Diskurs über den Islam und muslimische Frauen beteiligen. Schon oft haben wir uns an einseitigen Debatten und tendenziöser Berichterstattung zu einer Reihe von Themen gestört und wollen deshalb unsere Sicht der Dinge in die Diskussion bringen.
Gleichzeitig sind wir aktiv an innerislamischen Diskussionen um das Thema Frau und Geschlechterverhältnis beteiligt und wollen dies auf nafisa einerseits dokumentieren und andererseits kontrovers diskutieren. So hoffen wir eine Diskussion voran zu bringen, indem wir u.a. auf Aspekte hinweisen, die unserer Meinung nach zuwenig berücksichtigt werden.
Wir werden weiterhin die Inhalte der “AG muslimische Frau in der Gesellschaft” auf unseren Seiten zur Verfügung stellen und auch den Newsletter weiterführen. Schicken Sie uns also weiterhin Hinweise zu interessanten (wissenschaftlichen) Veranstaltungen zum Thema Islam oder Frauen in Deutschland. Wenn Sie den Newsletter nicht mehr beziehen möchten, lassen Sie uns dies per Mail wissen.
Wir starten unser neues Projekt mit einem Artikel von Nina Mühe zu den Reaktionen, die eine Broschüre des Berliner Senats gegen die Diskriminierung von kopftuchtragenden Frauen hervorgerufen hat:
Mit Kopftuch – zu Recht? – Außen vor?