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Veranstaltungsbericht “Mit Kopftuch außen vor”

Zwei unserer Leserinnen haben die Veranstaltung „Mit Kopftuch außen vor.“ am 25.05.2009 in der Technischen Universität Berlin besucht und einen Bericht dazu verfasst.

Bericht zur Veranstaltung „Mit Kopftuch außen vor.“ am 25.05.2009 in der Technischen Universität Berlin

(Bericht: Franziska Latta)

Teilnehmende:
Seyran Ateş (Buchautorin, Rechtsanwältin),
Eren Ünsal (Berliner Senat – Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales),
Prof. Dr. M. Gilzmer (Lehrstuhl für Französische Philologie; Moderatorin und Initiatorin der Veranstaltung)

Die Veranstaltung fand auf Initiative von Frau Prof. Dr. M. Gilzmer sowie angelehnt an die vor etwa sieben Monaten vom Berliner Senat herausgegebene Broschüre „Mit Kopftuch außen vor?“ statt.
Bevor die Diskussion auch für die anwesenden Gäste eröffnet wird, bleibt die Debatte auf Prof. Gilzmer, Seyran Ateş und Eren Ünsal beschränkt. Letztgenannte ist seit sieben Monaten Leiterin der Senatsstelle für Migration und Integration. An der Broschüre, die 2008 erschien und als Aufhänger der Veranstaltung fungiert, hat sie selbst nicht mitgewirkt. Ünsal erklärt, die Broschüre solle für Diskriminierung sensibilisieren und damit zu deren Abbau in der Gesellschaft beitragen. Das Kopftuch als solches sollte dabei nicht thematisiert werden. Zum einen könne man mit solch einer Broschüre das Thema Kopftuch gar nicht tiefgründig genug aufgreifen, zum anderen sei es nicht die Aufgabe der Senatsverwaltung für Integration, dieses Thema ausführlicher zu behandeln.

Gerade die Nicht-Thematisierung des Tragens und der Motive sowie Konsequenzen des Tragens eines Kopftuches werden jedoch von Ateş kritisiert. Die Broschüre herauszugeben sei verantwortungslos. Sie protestierte deshalb u.a. zusammen mit Terre des Femmes gegen die Veröffentlichung der Broschüre, die zu einseitig und minimalistisch sei. Ateş geht es dabei, wie sie selbst sagt, um die Gleichberechtigung der Geschlechter, die mit einer politischen Einstellung verbunden sei. Das Kopftuch beispielsweise beinhalte solch eine politische Einstellung. Es gefährde nichts Geringeres als die Grundrechte.

An einem Beispiel, dass sie einer Radiosendung entnimmt, baut sie ihre gesamte Argumentation auf. Das Beispiel lautet wie folgt: Ein sunnitischer Moslem und Unternehmer ruft bei einem Radiosender an und erklärt, er fühle sich durch diese Broschüre diskriminiert. Es sei nämlich gegen seine politische Einstellung und gegen seinen Glauben, dass eine muslimische Frau arbeitet. Also könne er auch keine muslimische Frau, die das Kopftuch trägt, einstellen. Um ihre Argumentation und das Beispiel zu bekräftigen, vergleicht Ateş die Situation der Muslima mit der eines Skinheads: Der Anrufer stelle ja auch keinen Skinhead ein, da das seiner politischen Auffassung widerspräche. Diesen Vergleich lässt Ünsal nicht gelten. Sie weist darauf hin, dass alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Rechte haben sollten und zwar unabhängig ihrer Religion. Das heißt, dass nach Möglichkeit kein Mensch diskriminiert werden sollte.

Ateş führt in diesem Zusammenhang das 2002 in kraft getretene Berliner Neutralitätsgesetz an. Seitdem, so Ateş, hätte sich keine einzige Frau beim Senat über eine Diskriminierung beschwert. Tatsächlich verhält es sich nach Aussage Ünsals so, dass die Senatsverwaltung als Landesstelle selbst keine Beratung durchführe, es aber Beratungsnetzwerke gäbe. Muslimische Kopftuch tragende Frauen beklagten sich dabei vor allem über Diskriminierungen am Arbeitsplatz, auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt. Doch auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Agentur für Arbeit müssen sich muslimische Kopftuch tragende Frauen anhören: „Mit Kopftuch haben Sie keine Chance.“ Erste Gerichtsurteile infolge von Diskriminierungen solcher Art liegen bereits vor. Es sei allerdings davon auszugehen, so Ünsal, dass viele Diskriminierungserlebnisse einfach nicht gemeldet werden.
Darüber hinaus gäbe es ganz unterschiedliche Motive, warum sich Frauen für das Tragen eines Kopftuches entscheiden. Mode und Identitätssuche spielten hier eine Rolle. Bei Kopftuch tragenden Frauen mit Bauchnabelpiercing gehe es beispielsweise eher um Abgrenzung und Rebellion gegenüber den Eltern. Auch Gruppenzwang spiele eine Rolle. Natürlich, so Ünsal, seien Zwang und Diskriminierung gegenüber nicht Kopftuch tragenden Muslimas nicht hinnehmbar, aber die Senatsverwaltung sei dafür nicht zuständig, weil hier das AGG nicht greife. Vor allem aber dürfe man diejenigen Frauen nicht vergessen, die sich freiwillig dazu entschieden haben, ein Kopftuch zu tragen. Keiner Frau, die sich freiwillig für das Kopftuch entschieden hat, so Ünsal weiter, dürfe ein Leben ohne Diskriminierung verwehrt werden. Doch bei beiden Problemen muss die Lösung in gezielter Förderung und dem Aufzeigen von Alternativen bestehen. Dringend notwendig seien Projekte und Sensibilisierungsarbeit, damit sich Frauen aus Zwangssituationen lösen können.

Nichtsdestotrotz sind sich Gilzmer und Ateş einig: Das Kopftuch ist ein Symbol für die Unterdrückung der Frau. Die patriarchalischen Verhältnisse müssten ausgeräumt werden. Ünsal weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Tragen eines Kopftuches nicht unbedingt Ausdruck patriarchalischer Verhältnisse sein muss, vor allem dann nicht, wenn sich eine Frau freiwillig zum Tragen eines solchen entscheidet. Nicht die wachsende Religiosität sei das Problem, sondern eher der Umgang mit dieser. Sie betont, Menschen hätten ein Recht darauf, religiös zu sein. Auf politischer Ebene wird der Entwicklung durch das Islamforum Rechnung getragen, in dem der Senat mit Muslimen, Moscheevereinen, dem Verfassungsschutz u.a. eng zusammenarbeitet. Schlussendlich wirft Ünsal zwei Fragen auf: Wie bewerten wir Symboliken? Und: Wie gehen wir mit unterschiedlichen Lebenskonzepten um? Es könne nicht sinnvoll sein, alles nach dem eigenen Ideal zu bewerten. Die wirklich relevante Frage sei: Wo sehen wir die Demokratie gefährdet?

Der Bericht ist hier als pdf herunterzuladen.

rolle said,

June 11, 2009 @ 11:07 am

Bravo Ateş!!! Eine mutige, wichtige Frau!
Für ein Schleierverbot in öffentlichen Räumen!!!!

Wie können sich **Beleidigungen und rassistische Bemerkungen gelöscht** oder **Beleidigungen und rassistische Bemerkungen gelöscht** in die Gesellschaft integrieren? Wer geht mit solch einer Gestalt in die Kneipe, in die Oper, ins Theater oder zu einem Punk-Konzert?
Ehrlich gesagt: wer lädt eine solch verkleidete Frau zu einer Party ein? Ich habe dies noch nie gesehen.

Was heißt also integrieren?
Ich denke, wir müssen mit Parallelgesellschaften auf Dauer leben. Schön wäre es natürlich, möglichst viele dieser Leute aus diesen patriachalen Strukturen zu “befreien”, und zu uns “rüberzuholen”. Also: Schleier weg!

Ein linker wissenschaftl. MA der TUB

Kathrin Klausing said,

June 11, 2009 @ 2:38 pm

Tja Rolle, es scheint mir ganz so, als würdest du einfach zu den falschen Veranstaltungen eingeladen werden. Mein herzliches Beileid.

Es ist ja nun so, dass selbst der amerikanische Präsident es traurig findet, wie muslimische Frauen (mit Kopftuch) in manchen westlichen Ländern diskriminiert werden. Er zumindest lässt sich von einer solchen Frau politisch beraten.

Übrigens: Auch als linker Wissenschaftler solltest du in der Lage sein, dir Beleidigungen und rassistische Bemerkungen in Zukunft auf diesen Seiten zu verkneifen. Vielen Dank.

rolle said,

June 12, 2009 @ 11:41 am

Liebe Kathrin,

als Beleidigung habe ich dies eigentlich nicht angesehen, zumal diese Ausdrücke (”tentes ambulantes”) sogar in verschiedenen Zeitschriften islamischer Länder kursieren (also witzig ist es schon). Gelesen habe ich dies in “TelQuel” aus Marokko, eine Zeitschrift, ähnlich dem “Spiegel”.

Leider werden Diskussionen in Deutschland durch die politische Korrektheit sehr erschwert. Aber wie eine Integration aussehen soll, mit verschleierten Frauen, hat mir noch niemand erklärt. Ich “treibe” mich häufig in Berlin rum, kenne sehr viele “Ausländer”, meine Frau ist “normale” arabische Muslima. Aber nie (nie!) habe ich auch nur eine Schleierträgerin in einer Veranstaltung (Party, Konzert, Diskussion, Lesung,…) getroffen, bei der es nicht um den Islam geht.

Mich würde wirklich interessieren: heißt Integration nur zusammen leben, ohne sich die Köpfe einzuschlagen?

Von “unserer” Kultur wollen ja Scheleirträgerinnen (oder Bärtige) nichts wissen. Wie gesagt: ich habe viel arabische Freunde, und gerne gehe ich mit diesen ein Bierchen trinken!

Auch beruflich bin ich den Gegenden sehr verbunden. Ich habe mehrere Jahre in einem moslemischen Land gelebt. Natürlich sehe ich, dass der extremistische Islam stärker wird. Die Kopftuchträgerinnen nehmen zu, und erzwingen mehr Raum. Ich konnte dies in meinem Gastland selbst beobachten. Die “normalen” Leute sind natürlich sehr beunruhigt, und sehen auch die Gefahr für ihre noch “gemäßigte” Gesellschaft. Schleierträgerinnen sind jedenfalls nicht beliebt! Müssen allerdings geduldet werden.

Egal, also, sage mir nur eine, nur eine Veranstaltung, bei der eine Schleierträgerin gesichtet wurde (die nichts mit dem Islam zu tun hat). Nächste Woche bin ich in der Staatsoper: ich werde aufmerksam schauen, ob ich eine sichten kann! Und dann noch bei Popdeurope! Ich bin gespannt ;-)

Ich stehe mit meiner Meinung jedenfalls nicht alleine, sondern vielmehr zusammen mit vielen Muslimen! Letztendlich müssen die Muslime (also die Araber, Türken, etc.) das Problem des Extremismus selber lösen. Ich hoffe nur, sie schaffen es, und der Trend kehrt sich wieder um, so dass ich in meinem Gastland wieder weniger Schleierträgerinnen sehe, und wir zusammen in die Diskos, Theater und auf Bühnen gehen können :-)

Ich bin hoffnungsvoll

Schönen Gruß

rolle said,

June 12, 2009 @ 1:10 pm

Liebe Kathrin,

nicht dass Sie denken, ich hätte zuviel Zeit. In der Pause habe ich mir nur nochmal Ihre Antwort angeschaut.

Was bitteschön ist an einer Kritik (und wenn Sie so wollen: Beleidigung) an Schleierträgerinnen “rassistisch”??? Trägt eine gewisse “Rasse” zwangsläufig einen Schleier?
Sind Sie nicht eigentlich Deutsche? Ich kann den Begriff “rassistisch” in diesen Zusammenhang überhaupt nicht einordnen.
Das würde ja auch heißen, ich wäre Rassist? Meine arabische selbständige gewerbstätige akademische Frau sieht dies anders. Sie mag, wie so viele meiner befreundeten Muslime, keine Schleierträgerinnen (auch keine Bärtigen): ist sie Rassistin, wenn sie dies sagt (oder wenn sie diese als **rassischte und beleidigende Äußerungen werden gelöscht** bezeichnet)?

Als Wissenschaftlerin sollten Sie gerade mit solchen sensiblen Begriffen verantwortungsvoll und korrekt umgehen!

Das wäre ja nun eigentlich eine Beleidigung mir gegenüber. Ich hoffe, dass die “Rassismus”-Debatte nur ein Ausrutscher war, da sich meines Erachtens der Begriff überhaupt nicht hierauf anwenden läßt. Gerade der Islam will doch nicht abhängig von einer “Rasse” sein, sondern erhebt universelle Ansprüche.

Nina Mühe said,

June 12, 2009 @ 4:29 pm

Eine Beleidigung wird immer noch durch ihren Inhalt bestimmt und nicht dadurch, wer sie äußert. Soviel nur zu ihrem haltlosen – wenn auch gerne verwendeten – Argument, Äußerungen könnten nicht beleidigend, rassistisch oder auch islamfeindlich sein, weil sie auch von ‚Ausländern’ – wie Sie sich in alter ausgrenzender Manier auszudrücken belieben – oder von Menschen aus muslimischen Ländern gemacht werden. Zu den größten Sprachrohren antiislamischer Argumentation in der Öffentlichkeit gehören gerade Menschen, die ursprünglich aus islamisch geprägten Ländern kommen und die nur zu gerne von Politikern und anderen öffentlichen Personen zu vermeintlichen ’Zeugen’ ihrer islamfeindlichen Argumentation gemacht werden.
Sich hinter diesen vorgeschobenen ‚kulturellen Zeugen’ zu verstecken zeugt jedoch nur von Schwäche der inhaltlichen Argumentation und die ist auch bei Ihnen deutlich hervorgetreten.

Aber offensichtlich scheinen Sie sich dessen dann doch soweit zu schämen, dass Sie nicht mit ihrem Namen unterschreiben – während Sie unsere Personen ganz klar vor Augen haben – sondern sich hinter einer Identität als „linker Wissenschaftler“ verstecken. Leider kann auch dieser Hinweis auf ihre politische Einstellung Ihre ausgrenzende Weltsicht nicht verhehlen, die offensichtlich alles herabwürdigen muss, was nicht dem eigenen Leben und der eigenen Meinung entspricht.

Klar ausgesprochen haben Sie ja, dass Sie mit der Religionsfreiheit in diesem Land ein Problem haben, dass Sie es bedauern, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, ‚sich Raum erzwingen’ (was sollten sie Ihrer Ansicht nach sonst tun? Sich ins Haus zurück ziehen?) und das auch noch ‚geduldet werden muss’.

Dass Sie mit dieser Einstellung Bauchschmerzen mit einem grundlegenden Menschenrecht haben, scheint Sie in ihrem linken Selbstverständnis nicht zu stören. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Sie auch in Zukunft auf keiner Veranstaltung oder Feier eine muslimische Frau mit Kopftuch treffen, wer weiß wie sich diese Erschütterung Ihres Weltbildes auf ihre feindliche Haltung noch weiter auswirken würde.

Gott sei Dank gelten in diesem Land immer noch die ‚politisch korrekten’ Menschenrechte und haben Menschen wie Sie, die ihrer rassistischen Einstellung keine Zügel mehr anlegen wollen, noch nicht die Oberhand, wenn Sie auch mit Sicherheit nicht alleine dastehen. Und das ist es, was bei uns und anderen ‚normalen’ muslimischen wie nicht-muslimischen Bürgerinnen und Bürgern Bauchschmerzen verursacht.

Wenn Sie also konkrete Argumente austauschen wollen, die über ein „das hab ich in diesen Ländern so gesehen“ hinausgehen, dann herzlich willkommen, wenn nicht, dann nehmen Sie es uns bitte nicht übel, wenn wir nicht weiter auf ihre Nachrichten eingehen.

Nina Mühe

P.S.: Die Begriff Rassismus bezieht sich nicht nur auf biologisch determinierte Unterschiede, was ein ‘linker Wissenschaftler’ eigentlich wissen sollte…

Kathrin Klausing said,

June 12, 2009 @ 5:12 pm

So lieber Rolle,

dann schau ich mir doch mal an, was Sie da so von sich geben.

Mir sind folgende Muster aufgefallen:

1. Ihre Erfahrung setzen Sie als Maßstab. Was Sie nicht gesehen haben, das kann es Ihrer Meinung nach auch nicht geben. Wir alle wissen, dass ein solcher Anspruch auf absolut objektive Wahrnehmung rational nicht zu begründen ist.

2. Auch Ihr Lebensstil ist der absolute Maßstab. Dieser ist gut, erstrebenswert und Sinnbild für Freiheit. Alle sollen diesen Lebensstil anstreben. Sie nennen dies dann Integration (meinen aber in Wirklichkeit Assimilation). Tun manche Individuen dies nicht, bilden Sie sich ein, dass sie mit Zwang davon ferngehalten werden oder dies aus böser Absicht heraus tun.

Diese Haltung ist typisch für jemanden, der seine Erfahrung, sein Weltbild und seinen Lebensstil für überlegen hält. Diese Überlegenheit manifestiert sich dann geradezu an dem, der unterlegen ist. Der Unterlegene hat dann gefälligst auch so sein zu wollen. Zuwiderhandeln wird als Affront aufgefasst.

Aber machen wir weiter…

3. Argumentation: die findet bei Ihnen ja so gut wie gar nicht statt! Das einzige was Sie wiederholt gegen Frauen, die ein Kopftuch tragen (und einen Bart?), vorbringen können ist, dass ihre Frau die nicht mag, dass alle Muslime, die Sie kennen die auch nicht mögen und, dass Sie noch nie eine solche Frau an den Orten gesehen haben, an denen Sie sich normalerweise aufhalten. Entschuldigung, erwarten Sie wirklich, dass wir darauf eingehen oder soll das ein Witz sein? Habe jedenfalls herzlich gelacht. ;-)

Auf einen Ihrer Kommentare will ich nun direkt eingehen:

Was bitteschön ist an einer Kritik (und wenn Sie so wollen: Beleidigung) an Schleierträgerinnen “rassistisch”???

Damit schießen Sie ja nun wirklich den Vogel ab, Herr Rolle. Beleidigende und verunglimpfende Beschreibungen kopftuchtragender Frauen wollen Sie mir nun als Kritik verkaufen? Zu Ihrer Erinnerung: sie bezeichneten Frauen mit Begriffen aus dem Tierreich, als Dinge und reduzieren sie in Ihrer Wortwahl auf ein Kleidungsstück.

Abschließend noch ein Wort zum Thema Rassismus: Ich bin nun doch erstaunt über ihr Unwissen angesichts akademischer Debatten. Schon seit langer Zeit bezieht Rassismus nicht nur biologisch determinierte Unterschiede ein, das sollte für Sie als ‘linker Wissenschaftler’ eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Und ja, natürlich kann auch ein ‘Ausländer’ oder dunkelhäutiger Mensch rassistische Einstellungen vertreten. Und nein, ein ‘Ausländer’ oder dunkelhäutiger Mensch kann Sie in dieser Hinsicht auch nicht rein waschen bzw. eine Absolution erteilen. Alles weitere können Sie sich in der reichhaltigen Fachliteratur gerne anlesen, an der TU sind Sie in dieser Hinsicht ja auch recht privilegiert.

rolle said,

June 12, 2009 @ 7:21 pm

@Nina Mühe

(ohne den nachfolgenden Kommentar von Ihrer Kollegin gelesen zu haben)

1. Diese Diskussionen sind immer sehr emotional, und ich führe sie gerade verstärkt an meinem Institut, da wir sehr viele Leute aus Afrika haben. Es ist also immer “delikat”.
Fakt ist, dass sich christliche Afrikaner ohne Probleme hieran unserem Institut integrieren, moslemische nicht. Und das, ohne Berücksichtigung auf das jeweilige Herkunftsland, sondern nur aufdgrund der Religion. Waran mag das liegen?

2. Der “Rassismus” hat natürlich sehr viele Definitionen, aber er ist in keinem Fall auf die Religionszugehörigkeit anzuwenden! Da diese geändert werden könnte, und damit die Person(engruppe) und die jeweilige Gemeinschaft eingegliedert werden könnte.
Eine einfache Erklärung gibt es bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus
Ganz unten:
“Der Rassismus ist von Formen kultureller oder religiöser Intoleranz abzugrenzen, die auf der Basis der gleichen psychologischen Mechanismen ebenfalls zu Ablehnung und Unterdrückung anderer Menschengruppen führen. Anders als beim Rassismus wird die Differenz zur eigenen Gruppe in diesen Fällen aber nicht als erblich und unveränderbar angesehen. Durch die religiöse Konversion oder die Annahme einer anderen kulturellen Identität ist eine Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen grundsätzlich möglich.”

Ich bin damnach gegenüber dem Kopftuch intolerant. Ok, das gebe ich zu. Aber auch aus gutem Grund ;-)
Genausogut wie ich gegenüber Faschisten und Rechtsradikalen intolerant bin.

3. ich bleibe anonym, weil ich a) noch anderes zu tun habe (ich bin kein Religionswissenschaftler) und b) im öffentlcihen Dienst bin, ich nicht genau weiß, ob ich hier überhaupt Stellung beziehen soll/darf ;-) und c) mir etwas unwohl wäre, wenn ich im Fadenkreuz radikaler Islamsiten stehen würde.
Ich könnte natürlich mal am Institut vorbeischauen, aber ich denke, es würde nicht sehr viel bringen. Ich interessiere mich sehr für Religionen, habe auch ein wenig darüber studiert (auch an der Uni). Und ich mußte ja auch “konvertieren” ;-)
Aber ich denke, unsere Weltbilder sind Lichtjahre voneinander entfernt, so dass das Gespräch auf beiden Seiten nur emotinal geführt werden würde.

4. Sie meinten:
“Klar ausgesprochen haben Sie ja, dass Sie mit der Religionsfreiheit in diesem Land ein Problem haben, dass Sie es bedauern, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, ‚sich Raum erzwingen’”
Ich meinte:
die Leute DORT, in den islamischen Landern, haben Probleme mit einem Zuwachs an Extremisten; dies macht sich u.a. in Anhäufungen schleiertragenden Frauen (und den entsprechenden Bart-Männern) deutlich; dadurch wird die Situation gespannter, Rechte gehen verloren (z.B. Baden für einheimische Frauen im Bikini, Disko-Besuche, etc.).
Ich habe an einer Uni dort gelehrt, und kenne die Probleme! Der radikale Islam verschafft sich gerade im akademischen Bereich Raum (im Gegensatz zum “Westen”, hier ist die Uni ja eher llinks).
Und ich kenne die Situation wirklich sehr sehr nahe, das können Sie mir glauben.
Ehrlich gesagt finde ich es sehr arrogant, darüber von hier aus zu urteilen! Man sollte die ganz normalen Mädels mal vor Ort treffen. Lustig ist das nicht (mehr).
Es ist einfach nicht zu leugnen, dass die jetztige Generation islamistischer/religiöser ist!

5. ich möchte keinen vorschieben, und natürlich haben die Leute dort ihre Kultur/Religion, die sie auch immer verteidigen würden. Das respektiere ich auch! Obwohl meine Frau auf Schleierträgerinnen schimpft, würde sie den Islam hart verteidigen!
Aber wieso kritiesieren selbst Moslems Kopftuchträgerinnen? Es gibt doch Kritik, oder? Oder darf es keine geben? Nach Ihren Ausführungen habe ich den Eindruck, das sämtliche Kritik haram ist.
Ich finde es etwa schwierig, wenn Deutsche “Konvertiten” den Moslems sagen wollen, was richtig ist. Es wirkt etwas…sagen wir…befremdend, wenn dann diese “Konvertiten” Kopftuch tragen…sorry, ich will nicht beleidigen…aber genauso wäre es, wenn ich mir eine orange Kutte umhänge, und sage, ich wäre Buddhist (was ja eher in Mode ist, und irgendwie noch verständlicher), und einem Thailänder sage, wie er richtig zu Buddha beten soll. Fände ich etwas…schwierig.

6. meine Meinung: als Deutsche mag es ganz witzig sein, mal eben die Kultur zu wechseln. Die Leute dort sind hineingeboren. Die haben keine Wahl! Und Apostasie ist tödlich ;-)
Bitte nicht überall Beleidigungen sehen!

7. leider habe ich keine Antwort auf meine Frage bekommen: in welcher KULTURELLEN (nicht islamischen) Veranstaltung kann ich Schleierträgerinnen antreffen?

Nichts für ungut, aber wie gesagt: ich finde Religionen sehr interessant und bin im ständigen Kontakt mit dem Islam
Und wenn Sie keine Diskussion haben möchten, haben Sie ja die “Blog-Gewalt” ;-)
Aber das Letzte was ich möchte, ist beleidigen!

Schöne Grüße
Ralf

rolle said,

June 12, 2009 @ 7:47 pm

@Katrin

A Sallam Aleikum liebe Kathrin,

ok, ich mach mir auch nochmal die Mühe ;-)
Erstmal: “von sich geben” ist schon sehr abwertend, oder? Und Muster finde ich auch eigenartig…nur weil ich Kritik äußere, bin ich noch kein Psychopath.

1. Was soll ich nicht gesehen habe? Das ist mir zu wage. Worauf beziehen Sie sich? Ich spreche natürlich von a) subjektiven Erfahren, setze diese aber nicht absolut, und ich spreche b) über meine Meinung

2. Aber was ist dann Integration? Zusammen bei Hertie am Wühltisch stehen? Unsere Kultur ablehnen? Unsere Kultur ist genau das, was ich aufzählte. Wo, bitte einfach nur ein Beispiel nennen, wo bitteschön soll sich da eine schleiertragende Frau integrieren. Alles, was unsere Kultur ausmacht ist Haram. Wieso können sich alle andere (Chinesen, nicht-moslemische Asiaten allgemein, Süd-Afrikaner, Sü-Amerikaner, Russen, Rumänen,….) integrieren, nur Moslems nicht? Warum findet der Integrationsgipfel eigentlich nur (fast ausschließlich) wegen/mit Moslems statt?
Bitte nicht wieder so argumentationslos abtun, wenn Sie antworten möchten! Ich möchte nicht beleidigen. Wenn Sie eine nicht-polemische Antwort auf diese Frage haben, bin ich gespannt.

Dies alles hat nicht mit Unter- oder Überlegen zu tun, sondern einfach nur mit der – nennen wir es ruhig – “Leitkultur” in Europa. Im (Nord)Sudan, Marokko, passe ich mich den Sitten natürlich an. Diese Diskussion wäre dort übrigens nicht möglich.

3. das finde ICH nun etwas beleidigend. Ich denke, ich habe mich klar ausgedrückt. Der Schleier, als Symbol der Unterdrückung, ist in der islamischen Welt auf dem Vormarsch und gefährdet die dortigen Gesellschaftstrukturen. Sie argumentieren für eine Wissenschaftlerin sehr polemisch. Ich hätte da wirklich mehr erwartet.
Wenn Sie nicht verstehen was ich meinte, dann fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Ich dachte, wir diskutieren auf gleicher Ebene.
Lesen Sie einfach nochmal meinen Kommentar durch (wenn Sie wollen). Mit Bärtige meine ich natürlich die Männer, das Wissen darüber habe ich mal vorausgesetzt.
Ich bin etwas enttäuscht.

Tut mir lLeid, die Rassismusdefinition haben Sie leider nicht verfolgt. Ich bin Naturwissenschaftler, und Sie sind Geisteswissenschaftlerin. Ich habe mir wirklich mehr erwartet. Was Sie sagen ist schlichtweg falsch. Der Rassismusbegriff ist nicht auf die Religionszugehörigkeit anzuwenden. Zeigen Sie mir eine Definition, die es macht!
Leider haben Sie ein sehr dummes Vorurteil gegenüber Geistenwissenschaften bestätigt, was ich wirklich nicht habe.
Also, einfach nochmal bei Wikipedia nachlesen unter “Rassismus”.
Ich wäre im schlimmsten Fall intolerant ;-)

Leider gibt es kein einziges Argument in Ihrem Kommentar. Auch keine Antwort auf meine Fragen. Ich kann nur wiederholen: ich bin enttäuscht.

Vielleicht finden Sie diese Meinung noch interessant: ich finde Schleier als persönliche Beleidigung gegenüber Männern. Hier wird der Mann zum lüsternen, ewig nach Begattung strebenden Wesen degradiert, der keine Frau ertragen könnte. Das ist zwar kein Rassismus, aber durchaus schlimm. Nur meine Meinung.

Wie gesagt, das ist alles sehr emotional, leider auch Ihre Antwort ;-)

Im Grunde ist es ja auch nicht schlimm, wenn jemand seinen Frieden in einer anderen Kultur gefunden hat, solange sie/er ihn niemanden aufdrängen will ;-)

Slemma
Ralf

PS: hatte ich TU erwähnt? Ist es an der FU schlechter? Wieder eine Beleidigung: ich kenne die Fachliteratur!

rolle said,

June 12, 2009 @ 8:51 pm

so, also nichts für Ungut: ich bin kein “Blogger” und habe mit Internet-Kommentaren auch kaum Erfahrung. Argumente ausstauschen ist auf dieser Ebene etwas schwer.

Natürlich verteidigen Sie Ihre Lebensweise, und ich meine. Beides wohl eher emotinal.

Ich bin froh, in einer freien Gesellschaft zu leben, und bin stolz auf die Errungenschaften. Ich bin sehr froh über die 68er und die damit verbundenen Freiheiten! Die ganze (nicht nur) sexuelle Befreiung und die Beziehung zu den USA (jedenfalls das, wofür die USA stehen), den Menschenrechten und Obama! Der (oftmals auch religiöse) Mief der 50er/60er wurde weggefegt. Ich bin froh über das 2. Vatikanische Konzil!
Und ich bin froh, nicht in einem islamischen Land leben zu müssen (obwohl ich gerne wieder für einige Zeit hinfahre).

Ich habe ganz persönlich und subjektiv erlebt, dass die Menschen überall das gleiche wollen: Freude und Spaß am Leben und sich etwas vergnügen. Ich finde es traurig, wenn dieses verwehrt wird. Daher reagiere auch ich manchmal emotional.

Ob die Angst vor einer Islamisierung D’lands oder Europas gerechtfertigt ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls ist sie da. Ich persönlich glaube, dass wir weiterhin das freie demokratische christlich-geprägte Abendland bleiben, in dem alle Völker willkommen sind, solange sie uns nicht ändern wollen, sondern nur inspirien oder beeinflussen (etwas pathetisch ;-) ).

Also, falls etwas persönlich rüberkam, so möchte ich sagen, dass ich dies nicht wollte, und es mir leid tut. Ich wollte nur allgemein Stellung nehmen, und nicht verletzten. Vielleicht können Sie ja auch meine Probleme und Befürchtungen verstehen. Es geht ja GERADE UM die Menschenrechte!!!!

Ich bin jedenfalls kein Rassist, kenne den Koran, einige Hadithe und andere Sekundärliteratur, und v.a. habe ich viele Erfahrungen mit den Menschen gemacht.
Und Sie werden es nicht glauben: meistens bin ich auch total PC (nur etwas Kritik muss man schon ertragen können ;-) )

Schönen Abend und angenehmes Wochenende
Ralf

Nina Mühe said,

June 12, 2009 @ 9:38 pm

Zu Ihrer Information, die Rassismusdebatte ist ein ganzes Stück weiter was selbst wikipedia bemerkt hat. Zudem wäre mir neu, dass Wikipedia eine zitierfähige Quelle wäre. Aber wenn Sie sie schon heranziehen, sollten Sie sie vielleicht auch ganz lesen.

Hier erstmal ein Beispiel von ‘außerhalb Wikipedia’:

Die französische Rassismusforscherin Collette Guillaumin hat schon 1991 gezeigt, dass die zur Diskriminierung von Gruppen verwendete Vorstellung von „Rasse“ ein ganzes „Bündel von Konnotationen, ein Cluster unbeständiger Bedeutungen“ umfasst. In diese Bündel können Elemente äußerst heterogener Art einfließen: a) morpho-physiologische Kennzeichen (…), b) soziologische Kennzeichen (Sprachen, Wirtschaftssysteme, Gewohnheiten, Ernährung, Kleidung, Musik, etc.), c) symbolische und geistige Kennzeichen (politische Praktiken, Einstellungen, Lebensauffassungen, kulturelle und religiöse Verhaltensweisen, etc., sowie d) imaginäre Kennzeichen (…) – Guillaumin 1991, S. 164, zitiert nach Terkessidis 2004, S. 98.

und nun zu dem was Wikipedia u.a. noch schreibt:

„Kultur und sogar Religion können so sehr zu Wesensmerkmalen erstarren, dass sie als funktionales Äquivalent für biologischen Rassismus dienen können. Das gilt seit einiger Zeit in gewissem Umfang für die Wahrnehmung der Schwarzen in den USA und Großbritannien sowie für die der Muslime in einigen vorwiegend christlichen Nationen“

Auch folgende Analyse von Klischees zur Sicherung kultureller Hegemonie von Mark Terkessidis möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Die Migranten werden zu Bewohnern einer bestimmten kulturellen Matrix, während sie im Inneren dieser Matrix immer wieder auf kulturelle Grenzposten stoßen. Die Klischees gehen spiegelverkehrt aus der jeweiligen Werteagenda der deutschen Gesellschaft hervor. In den 60er Jahren, als Deutschland noch stark geprägt war von Ordnungsvorstellungen des 19. Jahrhunderts, da hieß es, die „Ausländer“ seien faul, laut, schmutzig oder dumm. Diese Klischees sind mit der Lockerung dieser Ordnungsideen weitgehend verschwunden. Heute versteht sich die einheimische Gesellschaft primär als tolerant und offen – insofern wird etwa am Fall des Kopftuches den Anderen Intoleranz und Verschlossenheit zugeschrieben.“ Ebd., S. 106

Nina Mühe

rolle said,

June 15, 2009 @ 5:22 am

@ nina

Liebe Nina,

ob Wikipedia zitierfähig ist oder nicht, ist auf alle Fälle diskussionswürdig. Stichwort: offene Wissenschaften (etwa das Gegenteil von “Elfenbeinturm”). Wenn Sie Fehler entdecken, können Sie sich jederzeit bei Wikipedia beteiligen. Ihre Aussage hört sich sehr arrogant und “altbacken” an.

Es gibt also mehrere Definitionen von Rassismus! Na und? Nach Ihrer Auslegung, darf ich auch nichts böses (keine Kritik) gegen “Thor Steiner”-Jacken-Träger oder Leute, die ein Hackenkreuz auf der Strin tragen sagen.

Auf meine Fragen, Argumente, Kritiken und Bemerkungen gehen Sie in keinster Weise ein. Ihnen geht es scheinbar nur darum, mir zu zeigen, dass ich ein Rassist bin. Sobald Kritik am Islam/Kopftuch laut wird, scheinen Sie in dieses Muster zu fallen. Ich empfinde das als ungeheure Beleidigung, und völlig absurd, was Sie auch selber sehen würden, würden Sie mich kennenlernen.
So sieht also Ihre “Diskussion” aus! Rassismusvorwürfe und beleidigte Leberwurst. Allerdings wird diese Verweigerungshaltung (und der Rassismusvorwurf) immer absurder und lächerlicher, da sich auch interrn immer mehr mutige Leute dagegenstellen (wie eben die mutige Seyran Ateş, um wieder zum Artikel zu kommen). Ob einige extreme “Konvertiten” nun dagegenarbeiten oder nicht, ist nach meiner Meinung für die aufklärerischen Entwicklungen gerade im Euro-Islam ziemlich unerheblich.

Bedenklich finde ich nur, dass solche extremen Positionen vom Staat finanziert werden (”Forschung”) . Die Spur führt nach Deutschland ;-)

Also, Kopftuch um und weiterhin erzählen, wie offen, frei, friedliebend und tolerant der Islam ist. Die das nicht glauben wollen, oder nur leise Kritik üben, sind eh alles Rassisten! Selbst wenn es Moslems sind!

Slemma
Ralf

Kathrin Klausing said,

June 15, 2009 @ 8:55 am

Hallo Ralf,
ich konnte nicht schneller antworten.
Nun versuchen wir doch, die ganze Diskussion wieder etwas ruhiger anzugehen. Zum Thema Rassismus nur noch ganz kurz von mir: wir haben Ihre Person nie als Rassisten bezeichnet, das würde uns gar nicht einfallen. Wir haben lediglich zwei von Ihren Wörtern gelöscht, weil wir sie als rassistisch muslimischen Frauen gegenüber einordnen. Dass Sie uns diese zwei beleidigenden Wörter als Kritik verkaufen möchten, akzeptiere ich nicht. Denn Kritik und Vorwürfe jeglicher Art stellen für uns kein Problem dar, weswegen wir auch bis jetzt ausnahmslos jeden Ihrer Kommentare hier veröffentlicht haben. Im Diskussionsverlauf danach haben Sie nun aber auch noch steif und fest behauptet Rassismus könne gar nicht auf eine Religion angewandt werden. Das hat meine Kollegin widerlegt, teils mit den von Ihnen vorgebrachten Quellen.
Dann beschweren Sie sich, dass wir auf Ihre Fragen nicht geantwortet haben, bzw. auf Ihre Kritik nicht eingegangen sind. Das Problem hierbei ist, dass Sie in Ihren ersten drei Kommentaren zu diesem Artikel keinerlei inhaltliche Kritik vortragen. Bis auf die Beleidigungen, sprechen Sie noch von Ihrer Erfahrung, nie auf irgendeiner kulturellen Veranstaltung, die nichts mit dem Islam zu tun hat, eine Frau mit Kopftuch gesehen haben. Was erwarten Sie von uns? Das wir Ihnen alle unsere gegenteiligen Erfahrungen aufzählen, dass wir Frauen mit Kopftuch dazu auffordern demnächst mit Ihnen auf Punkkonzerte zu gehen? Zudem setzen Sie Ihre Erfahrungen der fehlenden Frauen mit Kopftuch auf von Ihnen besuchten Veranstaltungen gleich mit mangelnder Integration aller muslimischer Frauen. Die Ungültigkeit solcher Pauschalaussagen aufgrund subjektiver Erfahrung hatte ich bereits angesprochen. Vielleicht mögen Sie sich meine Kommentare noch einmal in Ruhe ansehen.

Nun zu Ihren letzten Kommentaren. Sie schreiben:

Worauf beziehen Sie sich? Ich spreche natürlich von a) subjektiven Erfahren, setze diese aber nicht absolut, und ich spreche b) über meine Meinung

Ich verstehe Sie ehrlich nicht. Sie beschreiben Ihre Erfahrung so:

Wer geht mit solch einer Gestalt in die Kneipe, in die Oper, ins Theater oder zu einem Punk-Konzert?
Ehrlich gesagt: wer lädt eine solch verkleidete Frau zu einer Party ein? Ich habe dies noch nie gesehen.

Und ziehen daraus diese Schlussfolgerung:

Von “unserer” Kultur wollen ja Scheleirträgerinnen (oder Bärtige) nichts wissen.

Was ist diese Aussage, wenn nicht absolut?
Weiter geht es:

2.Unsere Kultur ist genau das, was ich aufzählte. Wo, bitte einfach nur ein Beispiel nennen, wo bitteschön soll sich da eine schleiertragende Frau integrieren.

Wissen Sie, das ist wirklich interessant. Sie sprechen in Ihrem ersten Kommentar davon, wer mit „einer solchen“ Frau ins Konzert gehen würden, „wer eine solche“ Frau zu einer Party einladen würde. Das fällt mir jetzt erst auf, aber Sie sprechen ja gar nicht über die Integrationleistungen muslimischer kopftuchtragender Frauen, sondern über die – in Ihren Augen wohl gerechtfertigte? – Verweigerung anderer, diese Frauen einzuladen, oder sich mit ihnen blicken zu lassen.

Alles, was unsere Kultur ausmacht ist Haram.

Woher haben Sie diese Information? Könnten Sie dies konkretisieren? Bis auf das Bier ist mir nichts aufgefallen in Ihrer Aufzählung. Ansonsten sollten Sie evtl. zur Kenntnis nehmen, dass Muslime unterschiedliche Auffassungen darüber vertreten, was Sie zu tun oder zu meiden hätten. Diese Vielfalt findet sich auch bei denen von Ihnen so viel zitierten Kopftuchträgerinnen und Bartträgern.

Warum findet der Integrationsgipfel eigentlich nur (fast ausschließlich) wegen/mit Moslems statt?

Meines Wissen fand der Integrationsgipfel unter Teilnahme griechischer, italienischer, türkischer, polnischer, afrikanischer, russlanddeutscher usw. Migrantenverbände statt. Quelle: Bundesregierung.

Bitte nicht wieder so argumentationslos abtun, wenn Sie antworten möchten! Ich möchte nicht beleidigen. Wenn Sie eine nicht-polemische Antwort auf diese Frage haben, bin ich gespannt.

Wissen Sie, eigentlich sind Sie verpflichtet, Ihre eigene Argumentation und vor allen Dingen Ihre aufgeführten Belege auf Stimmigkeit zu überprüfen. Sie betonen ja andauernd Ihre Tätigkeit als Wissenschaftler, umso weniger sollte es Sie wundern, wenn wir diesen Maßstab auch tatsächlich an Sie anlegen. Es ist nun aber wiederholt vorgekommen, dass wir diese Arbeit für Sie übernehmen und dabei auch noch feststellen müssen, dass Sie Ihre eigens angeführten Belege gar nicht gelesen haben (Wikipedia) oder überhaupt nicht wissen wovon Sie reden (Integrationsgipfel). Ralf, entschuldigen Sie bitte, aber wir haben für so etwas eigentlich keine Zeit. Wir informieren Sie natürlich gerne, aber bitte ergooglen Sie doch vorher relevantes in Ihrer Argumentation und lesen selber, bevor wir es tun und es dann für Sie nur peinlich wird.

Der Schleier, als Symbol der Unterdrückung, ist in der islamischen Welt auf dem Vormarsch und gefährdet die dortigen Gesellschaftstrukturen.

Das erste Argument. Für mich ist die islamische Bekleidung kein Symbol für Unterdrückung, und für viele andere Menschen (mit/ohne Bart und Kopftuch, Muslim oder nicht) auch nicht. Dies sollten Sie einfach als Fakt zur Kenntnis nehmen. Auf unseren Seiten finden Sie verschiedene Herleitungen für diese Art der Bekleidung. Unterdrückung oder eine Zustimmung zu solcher gehört entschieden nicht dazu. Das meinen wir ehrlich. Es gibt ewig viel Literatur zu diesem Thema (dem Schleierdiskurs), auch auf wissenschaftlicher Ebene, die bei echtem Interesse konsultiert werden kann.

Ich bin damnach gegenüber dem Kopftuch intolerant. Ok, das gebe ich zu. Aber auch aus gutem Grund Genausogut wie ich gegenüber Faschisten und Rechtsradikalen intolerant bin.

Ralf, wie untermauen Sie diese Gleichstellung von Frauen, die ein Kopftuch tragen, mit Rechtsradikalen und Fachisten? Unterstellen Sie uns persönlich auch, dass wir in dieser Art vergleichbar sind?

Im Grunde ist es ja auch nicht schlimm, wenn jemand seinen Frieden in einer anderen Kultur gefunden hat, solange sie/er ihn niemanden aufdrängen will

Lieber Ralf, Sie widersprechen sich. Uns geht es mit dieser Seite im Allgemeinen und in unserer Auseinandersetzung mit Argumentationen wie denen von Frau Ates im Speziellen lediglich darum, die von uns gewählte Lebensweise verständlich zu machen und unser verbrieftes Recht auf diese Wahl zu betonen. Unser Anspruch ist nicht andere Leute zu unserer Lebensweise zu missionieren oder zu überreden. Sie hingegen sprechen von Leitkultur und „rüberholen“. Ich zitiere Sie aus Ihrem ersten Kommentar:

Schön wäre es natürlich, möglichst viele dieser Leute aus diesen patriachalen Strukturen zu “befreien”, und zu uns “rüberzuholen”.

Wer möchte hier also wem was aufdrängen?
Sie schreiben weiterhin, dass es Ihnen um unsere Grundrecht hier in Deutschland geht und um die Freiheit. Ihr erster Kommentar ist jedoch dieser:

Für ein Schleierverbot in öffentlichen Räumen!!!!

Wie vereinbaren Sie diese Forderung beispielsweise mit unserer Religionsfreiheit?

Weiter im Text.

Aber wieso kritiesieren selbst Moslems Kopftuchträgerinnen? Es gibt doch Kritik, oder? Oder darf es keine geben? Nach Ihren Ausführungen habe ich den Eindruck, das sämtliche Kritik haram ist.

Natürlich gibt es Kritik, auch unter Muslimen. Ich habe das bis jetzt so erlebt, ich kenne hitzige Debatten über alle möglichen Dinge (auch das Kopftuch) unter Muslimen. Ein gegenseitiges Aufeinander-Schimpfen fände ich allerdings Niveaulos. Wie kommen Sie darauf, dass Kritik von uns unerwünscht ist, oder dass wir gar die Meinung vertreten würden, sie wäre „haram“? Wir haben doch lediglich zwei Ihrer Äußerungen gelöscht, weil sie Kopftuchträgerinnen mit Tieren verglichen haben.

Ich finde es etwa schwierig, wenn Deutsche “Konvertiten” den Moslems sagen wollen, was richtig ist. Es wirkt etwas…sagen wir…befremdend, wenn dann diese “Konvertiten” Kopftuch tragen…

Ich habe bis jetzt die Erfahrung machen können, als vollwertiger Muslim respektiert worden zu sein unter Muslimen. Vielleicht liegt das daran, dass Sie nicht trennen zwischen Religion und Kultur, wobei viele Muslime das recht gut voneinander unterscheiden können (zumindest in der Theorie).

Zum Abschluss noch:

hatte ich TU erwähnt? Ist es an der FU schlechter? Wieder eine Beleidigung: ich kenne die Fachliteratur!

Sie haben mich missverstanden. Dies sollte ein Hinweis auf ein hervorragendes Institut an der TU sein.

Leider haben Sie ein sehr dummes Vorurteil gegenüber Geistenwissenschaften bestätigt, was ich wirklich nicht habe.

Naja, jetzt scheinen wir Ihnen auch noch zu diesem Vorurteil verholfen zu haben ;-)

Frau Ö said,

June 15, 2009 @ 1:58 pm

da ist die “Party” ja voll im Gange… und ich hätte sie fast verpasst!

Lieber no-name Ralf-Rolle,

komm Du doch zu MEINER Party – bist herzlich eingeladen: treffen uns bei Herti am Wühltisch. Bin die Frau mit Kopftuch und Bart.

ich pack schonmal die Chipstüte aus – was´n Spass!

Grüsse
die Ö

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